Hier begegnen sich Gestern und Heute… kannst du dir vorstellen, dass hier mal ein Meer war?

Hörmuseum Bleiwäscher Bergbau – Station 5

Du möchtest mehr erfahren?

Hier sind weitere spannende Fakten zu dieser Station:

Hörmuseum Bleiwäscher Bergbau – Sachtext – Station 5

Oder hier zum nachlesen…

Auch wenn der Abbau von Bleierz und Schwerspat lange in der Vergangenheit von Bleiwäsche liegt, so werden doch noch bis heute Rohstoffe abgebaut.

Hier, am „Tor zum Sauerland“, kann man von oben in den Steinbruch „Düstertal“ schauen. Zuerst fallen einem die riesigen Bagger und Muldenkipper der Mitteldeutschen Hartstein Industrie auf. Auch sind Brecher zu hören, die die herausgesprengten Gesteinsbrocken auf die passende Größe zerkleinern.

Aber der hiesige Blick zeigt nicht nur die Arbeit in einem Steinbruch, sondern auch den Querschnitt durch den „Briloner Massenkalk“. Dieser entstand vor rund 400 Millionen Jahren, als hier ein flaches Meer war, in dem sich ein Korallenriff bildete. Sind die Kalkablagerungen dieses Riffes besonders mächtig, wird von Massenkalk gesprochen. An dieser Stelle ist das Kalkmassiv bis zu 850 m dick.[1]

Blick auf den Steinbruch „Düstertal“. Foto: Patrick Gawandtka.

Vor rund 70 Millionen Jahren ließen tektonische Verschiebungen für Risse und Spalten im Kalkmassiv entstehen. Diese wurden durch Verkarstung des Kalksteins erweitert. In die so entstandenen Hohlräume konnten heiße mineralgesättigte Lösungen (Hydrotherme) aus tieferen Erdschichten aufsteigen. Durch den Aufstieg veränderten sich die Druck- und Temperaturverhältnisse der Hydrotherme. Es fällten Mineralien aus, wie Kalkspat, Schwerspat (Baryt), Blei- und Zinkerz.[2]

Somit bietet dieser Punkt am Steinbruch „Düstertal“ nicht nur einen Einblick in den modernen Rohstoffabbau, sondern auch in die Erdgeschichte. Und damit wir diesen Blick auch genießen können, haben die „Aktiven Rentner“ von Bleiwäsche 2015 diesen Aussichtspunkt, das sogenannte „Tor zum Sauerland“ geschaffen.

Blick auf den Steinbruch „Düstertal“. Foto: Patrick Gawandtka.

[1]
               Menne, Ralf; Reinecke, Bernd (2008). Donnerkeile und Bleibarren – Fossilien, Mineralien und archäologische Funde aus Bleiwäsche. Zweckverband „Bevorzugtes Erholungsgebiet Bad Wünnenberg/Büren“.

[2]
               Dorfwerkstatt Bleiwäsche e.V. (2021-2024). 475 Jahre Bleiwäsche. https://www.bleiwaesche.de/index.php/chronik/475-jahre